


Künstler: Rupert König

„…und das Böse wird nicht siegen“ hofft Papst Leo XIV. und er begründet diese Hoffnung damit, dass Gott uns Menschen liebt und wir in seinen Händen geborgen sind. Wie aber erfahre ich von diesem Gott in meinem Leben, wie erlebe ich diesen Gott? Wie spricht er zu mir? Spricht er überhaupt zu mir?
Die Installation im Chorraum der Kirche will dazu anregen, über diese Frage nach Gottes Ferne und Gottes Nähe nachzudenken. Die Gerüststangen sollen an den Dornbusch in der Wüste erinnern, aus dem nach der biblischen Erzählung Gott zu Mose gesprochen hat. Die Sonnenglut steht als Symbol für diesen gewaltigen, unbegreiflichen und doch Leben erhaltenden und rettenden Gott. Auf der Sonnenscheibe steht in hebräischen Buchstaben ein Wort aus dem 22. Psalm: „anitani“ – „du hast mir Antwort gegeben.“ Vorher ist im gleichen Psalm zu lesen: „Du gibst keine Antwort.“ Keine Antwort Gottes oder doch eine Antwort? Wie steht es um die Antwort Gottes in meinem Leben?
Magnifikat
Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle,
die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an
sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen.
Psalm 22,2-25
2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bleibst fern meiner Rettung,
den Worten meines Schreiens?
3 Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; und bei Nacht,
doch ich finde keine Ruhe.
4 Aber du bist heilig, du thronst über dem Lobpreis Israels.
5 Dir haben unsere Väter vertraut, sie haben vertraut und du hast sie gerettet.
6 Zu dir riefen sie und wurden befreit, dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.
7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet.
8 Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
9 Wälze die Last auf den HERRN! Er soll ihn befreien, er reiße ihn heraus,
wenn er an ihm Gefallen hat!
10 Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, der mich anvertraut
der Brust meiner Mutter.
11 Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, vom Mutterleib an bist du mein Gott.
12 Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe und kein Helfer ist da!
13 Viele Stiere haben mich umgeben, Büffel von Baschan mich umringt.
14 Aufgesperrt haben sie gegen mich ihren Rachen, wie ein reißender, brüllender Löwe.
15 Hingeschüttet bin ich wie Wasser, gelöst haben sich all meine Glieder,
mein Herz ist geworden wie Wachs, in meinen Eingeweiden zerflossen.
16 Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, die Zunge klebt mir am Gaumen,
du legst mich in den Staub des Todes.
17 Denn Hunde haben mich umlagert, eine Rotte von Bösen hat mich umkreist.
Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.
18 Ich kann all meine Knochen zählen; sie gaffen und starren mich an.
19 Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand.
20 Du aber, HERR, halte dich nicht fern! Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe!
21 Entreiß mein Leben dem Schwert, aus der Gewalt der Hunde mein einziges Gut!
22 Rette mich vor dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern der Büffel!
- Du hast mir Antwort gegeben.
23 Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Versammlung dich loben.
24 Die ihr den HERRN fürchtet, lobt ihn; all ihr Nachkommen Jakobs, rühmt ihn;
erschauert vor ihm, all ihr Nachkommen Israels!
25 Denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut des Elenden Elend.
Er hat sein Angesicht nicht verborgen vor ihm; er hat gehört, als er zu ihm schrie.
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016
"...and evil shall not prevail," hopes Pope Leo XIV, basing this hope on the fact that God loves us humans and we are safe in his hands. But how do I learn about this God in my life, how do I experience this God? How does he speak to me? Does he speak to me at all?
The installation in the choir room of the church is intended to encourage reflection on this question of God's distance and God's closeness. The scaffolding poles are meant to recall the burning bush in the desert from which, according to the biblical narrative, God spoke to Moses. The blazing sun symbolises this powerful, incomprehensible and yet life-sustaining and saving God. On the sun disc, a word from Psalm 22 is written in Hebrew letters: "anitani" – "you have answered me." Earlier in the same psalm, we read: "You give no answer." No answer from God, or is it an answer after all? What about God's answer in my life?
