Schmerzensmann, verkabelt mit einer Autobatterie

Künstler: Ernst Franz, ergänzt durch Rupert König

Mantel, Dornenkrone und Stock: Das Zitat entstammt einer Szene der Passionsgeschichte der Evangelien, die als Geißelung und Verspottung überschrieben ist. Nach heutigem Sprachgebrauch würden wir von einer Folterszene sprechen.

Heutzutage ist Folter grundsätzlich verboten – und zwar weltweit in völkerrechtlich verbindlicher Form. Auch wenn nationale Gesetze unterschiedlich streng sind, gilt das Verbot der Folter durch internationale Verträge als eine zwingende Norm, die nicht außer Kraft gesetzt werden darf. Es gibt keine Ausnahmen, auch in Kriegszeiten, bei Terrorismusbekämpfung oder „Notstandssituationen“ darf Folter nicht angewendet werden.

Dennoch findet sie Tag für Tag statt.

Die ausgestellte Figur des Schmerzensmannes aus Lindenholz wurde während des Katholikentages in Münster vom Unterammergauer Schnitzer Ernst Franz geschaffen. Die Verbindung zwischen der bekannten Sequenz der Passion und der heutigen Folterpraxis stellen die mit der Figur verbundenen Kabel her, die an einen Stromgenerator angeschlossen sind und die weit verbreitete Foltermethode der Elektroschocks andeuten.


 
Cloak, crown of thorns and stick: the quote comes from a scene in the Passion story in the Gospels, entitled "The Scourging and Mocking". In today's parlance, we would refer to this as a scene of torture.

Nowadays, torture is strictly prohibited – worldwide and in a form that is binding under international law. Even though national laws vary in their severity, the prohibition of torture is considered a binding norm under international treaties that cannot be overridden. There are no exceptions; torture must not be used even in times of war, in the fight against terrorism or in "emergency situations".

Nevertheless, it takes place every day.

The exhibited figure of the Man of Sorrows, carved from lime wood, was created by Ernst Franz, a woodcarver from Oberammergau, during the Catholic Day in Münster. The connection between the well-known sequence of the Passion and today's practice of torture is established by the cables attached to the figure, which are connected to a power generator and allude to the widespread torture method of electric shocks.